NRW macht Altreifen zum Thema seiner neuen Kreislaufwirtschaftsstrategie

Hand hält leuchtendes Kreislaufwirtschafts-Symbol mit Icons für Recycling, erneuerbare Energien und Industrie über einer Karte von NRW.

Politischer AZuR-Dialog trägt Früchte: NRW nimmt Altreifen als besonderen Schwerpunkt in Strategiepapier zur Circular Economy auf

Die neue Kreislaufwirtschaftsstrategie Nordrhein-Westfalens nimmt Altreifen als eigenes Handlungsfeld in den Blick. Für AZuR ist das eine Bestätigung des Engagements und ein wichtiges Signal. Der kontinuierliche Austausch mit den zuständigen Landesministerien trägt dazu bei, die Reifen-Kreislaufwirtschaft stärker in der politischen Circular-Economy-Debatte sichtbar zu machen.

Nordrhein-Westfalen hat seine erste Kreislaufwirtschaftsstrategie vorgelegt. Sie soll den Übergang von linearen Wertschöpfungsketten zu einer Circular Economy unterstützen und Nordrhein-Westfalen als führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen unter anderem zirkuläres Bauen, die chemische Industrie, Technologiebranchen, Circular Cities und eine leistungsfähige Sekundärrohstoffwirtschaft.

Für die Reifenbranche ist besonders relevant: Altreifen werden in der Strategie auf einer ganzen Seite ausdrücklich als besonderer Schwerpunkt aufgeführt. Damit erhält ein Stoffstrom politische Sichtbarkeit, bei dem bereits heute unterschiedliche Wege der Kreislaufführung ineinandergreifen müssen – von einer längeren Nutzung geeigneter Reifen über Reparatur und Runderneuerung bis zur Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen durch die mechanische und chemische Reifenverwertung sowie ergänzende Verfahren.

Dialog mit der Politik zeigt Wirkung

AZuR steht im intensiven Austausch mit den zuständigen Ministerien in Nordrhein-Westfalen und bringt dabei die Erfahrungen und Lösungsansätze seiner Netzwerkpartner entlang der gesamten Reifen-Wertschöpfungskette ein. Dass Altreifen nun in der Kreislaufwirtschaftsstrategie ausdrücklich berücksichtigt werden, ist aus Sicht des Netzwerks ein wichtiges Ergebnis dieses kontinuierlichen Dialogs.

Die Strategie beschreibt Altreifen als mengenmäßig relevanten Stoffstrom in Nordrhein-Westfalen. Sie verweist auf die Nutzung von Stahl und Reifengummi als Sekundärrohstoffe ebenso wie auf die Runderneuerung. Gleichzeitig kündigt die Landesregierung an, zirkuläre Ansätze zur Wiederverwendung und zum Recycling von Altreifen stärker in die Umsetzung zu bringen. Dabei nimmt sie ausdrücklich auch die öffentliche Beschaffung und die Fahrzeugflotten öffentlicher Unternehmen in den Blick.

Runderneuerung und hochwertige Kreislaufführung stärken

Dieser Ansatz entspricht einem zentralen Grundgedanken der Reifen-Kreislaufwirtschaft: Geeignete Reifen sollten möglichst lange genutzt werden. Reparatur, Nachprofilierung und Runderneuerung können ihre Nutzungsdauer verlängern. Am Ende der Nutzungsphase ermöglicht die mechanische und chemische Reifenverwertung die Rückgewinnung von Materialien, die als Sekundärrohstoffe erneut industriell eingesetzt werden können.

Besonders aufmerksam verfolgt AZuR deshalb den politischen Fokus auf die Runderneuerung. Die NRW-Strategie weist darauf hin, dass sie bei Nutzfahrzeugreifen bereits etabliert ist, während die Runderneuerung von Pkw-Reifen zurückgegangen ist. Die Landesregierung erklärt zugleich, Vorhaben zur Runderneuerung sowie Verfahren für die weitere Kreislaufführung von Altreifen unterstützen zu wollen.

Reifen-Kreislaufwirtschaft als Teil der Circular Economy verankern

Für AZuR ist die Aufnahme von Altreifen in die Strategie deshalb mehr als eine Erwähnung eines einzelnen Stoffstroms. Sie schafft einen Anknüpfungspunkt, um die gesamte Reifen-Kreislaufwirtschaft künftig stärker mit Fragen der Rohstoffsicherung, Sekundärrohstoffmärkte, öffentlichen Beschaffung und industriellen Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden.

Das Netzwerk wird den Austausch mit der Landesregierung und den zuständigen Ministerien fortsetzen und die Praxiserfahrungen seiner Partner in die weitere Umsetzung der Kreislaufwirtschaftsstrategie einbringen. Ziel bleibt, Reifen und die darin enthaltenen Rohstoffe möglichst lange wirtschaftlich sinnvoll im Kreislauf zu führen.

Quelle: Kreislaufwirtschaftsstrategie für Nordrhein-Westfalen, Kapitel 4.6.5 „Altreifen“, S. 69.