Neuer AZuR CO₂-Einspar-Nachweis macht Klimawirkung im Reifenmanagement sichtbar

Ein grüner LKW fährt auf einer kurvigen Straße, im Vordergrund ein AZuR CO₂-Einspar-Nachweis mit Details zu 31,99 t CO₂ Einsparung.

Wie viel CO₂ kann eine Nutzfahrzeugflotte durch Runderneuerung, Nachprofilierung und intelligentes Reifenmanagement einsparen? Der neue AZuR CO₂-Einspar-Nachweis macht die rechnerisch ermittelten Einsparungen transparent und nachvollziehbar. Damit erhalten Flottenbetreiber ein Instrument, um ihr Engagement für Ressourceneffizienz und CO₂-Reduzierung zu dokumentieren und sichtbar zu machen.

Drei Maßnahmen für einen effizienteren Reifeneinsatz

Reifen bieten Nutzfahrzeugflotten erhebliche Potenziale, um Ressourcenverbrauch, Kraftstoffbedarf und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Der von AZuR-Partnern entwickelte CO₂-Einspar-Nachweis betrachtet dafür drei Maßnahmen, die einzeln eingesetzt oder miteinander kombiniert werden können:

  • Runderneuerung: Hochwertige Reifenkarkassen werden weitergenutzt, wodurch Primärrohstoffe eingespart und der Lebenszyklus des Reifens verlängert werden kann.
  • Nachprofilierung: Mit der Technologie von Bear-Machines kann die Laufleistung geeigneter Nutzfahrzeugreifen – abhängig von Reifen und Einsatzbedingungen – um bis zu 25 Prozent verlängert werden. Gleichzeitig kann der Kraftstoffverbrauch sinken.
  • KI-gestütztes Reifenmanagement: CO2OPT analysiert den Reifeneinsatz einer Flotte digital und unterstützt die Auswahl und Nutzung geeigneter Reifen. Unter geeigneten Einsatzbedingungen können Kraftstoffverbrauch und damit verbundene CO₂-Emissionen um bis zu zehn Prozent reduziert werden.

Nachvollziehbare Berechnung statt pauschaler Nachhaltigkeitsaussage

Entscheidend für den AZuR CO₂-Einspar-Nachweis ist die transparente Berechnung. Die ausgewiesenen CO₂-Einsparungen werden anhand definierter Berechnungsgrundlagen und der Daten der jeweiligen Flotte rechnerisch ermittelt.

Für die Runderneuerung werden unter anderem Ergebnisse der Fraunhofer-UMSICHT-Ökobilanz zugrunde gelegt. Die Einsparungen der weiteren Maßnahmen werden anhand der jeweils festgelegten Berechnungsgrundlagen und Flottendaten bestimmt. Unternehmen erhalten damit einen nachvollziehbaren Nachweis darüber, welche rechnerisch ermittelten CO₂-Einsparungen mit den eingesetzten Reifenmanagement-Maßnahmen verbunden sind.

Von Kategorie A bis C: Kreislaufführung auf einen Blick

Zusätzlich weist der AZuR CO₂-Einspar-Nachweis den Anteil runderneuerter Reifen in der Flotte aus. Drei Kategorien machen den Umfang der Kreislaufführung transparent:

  • Kategorie A: mehr als 50 Prozent runderneuerte Reifen
  • Kategorie B: 20 bis 50 Prozent
  • Kategorie C: 5 bis 20 Prozent

Damit verbindet der Nachweis die dokumentierte CO₂-Einsparung mit einem wichtigen Indikator für die praktische Umsetzung der Reifen-Kreislaufwirtschaft.

Erste Flotten zeigen das Potenzial

Wie der Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigen die ersten Anwender. Die SIS Internationale Speditions GmbH konnte mit ihrem Fuhrpark innerhalb von zwölf Monaten durch Runderneuerung, den Einsatz der CO2OPT-Software und die daraus resultierende Kraftstoffeinsparung rechnerisch 31,99 Tonnen CO₂ einsparen. Mehr als 50 Prozent der Flottenfahrzeuge sind mit runderneuerten Reifen ausgestattet – damit erreicht SIS Kategorie A.

Die Firmengruppe Steinkühler erzielte im gleichen Zeitraum durch Runderneuerung, Nachprofilierung, CO2OPT und die daraus resultierende Kraftstoffeinsparung eine rechnerisch ermittelte Einsparung von 44,72 Tonnen CO₂ und erreicht Kategorie C.

„Viele Unternehmen investieren bereits in emissionsärmere Fahrzeuge und alternative Antriebe. Dabei wird häufig übersehen, dass auch Reifen einen rechnerisch erfassbaren Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten können“, erklärt Christina Guth, Netzwerkkoordinatorin der Allianz Zukunft Reifen (AZuR). „Mit dem AZuR CO₂-Einspar-Nachweis machen wir sichtbar, wie sich Runderneuerung, Nachprofilierung und intelligente Reifenoptimierung in einer gemeinsamen Reifenmanagement-Strategie miteinander verbinden lassen.“

Reifen länger nutzen, Ressourcen im Kreislauf halten

Der neue Nachweis ist zugleich Teil des umfassenderen AZuR-Ansatzes für eine möglichst geschlossene Reifen-Kreislaufwirtschaft. Hochwertige Reifen sollen durch Reparatur, Nachprofilierung und Runderneuerung möglichst lange genutzt werden. Erst wenn eine weitere Nutzung nicht mehr möglich ist, sollen ihre Materialien über geeignete Verwertungswege als Sekundärrohstoffe zurückgewonnen werden.

Interesse am AZuR CO₂-Einspar-Nachweis für Ihre Flotte?

Informieren Sie sich über die Voraussetzungen, die Berechnungsmethodik und die Möglichkeiten für Ihr Unternehmen.