AZuR-Runderneuerungsgipfel Werlte: Nachhaltige Reifenerneuerung

Über 80 Teilnehmende tauschten sich über Möglichkeiten, Technologien, Materialien und Potenziale der Runderneuerung aus

Am 16. und 17. September 2025 fand im KRONE Trailer-Forum in Werlte der zweite AZuR-Runderneuerungsgipfel statt. Mehr als 80 Teilnehmende aus Neureifenindustrie, Runderneuerungsindustrie, Speditionen, Politik und Wissenschaft tauschten sich in lebhafter Atmosphäre zwei Tage lang über Möglichkeiten, innovative Technologien, Materialien und Potenziale der Runderneuerung aus.
Praxisberichte, Fachvorträge, eine Partnerausstellung und eine exklusive Werksführung durch das KRONE-Montagewerk sowie das Farbgebungs- und Oberflächenzentrum machten die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. AZuR-Netzwerk-Koordinatorin Christina Guth bedankte sich bei KRONE Trailer für die Gastfreundschaft und die professionelle Organisation des Gipfels und stellte fest, dass „Runderneuerung gelebte Kreislaufwirtschaft ist. Der Gipfel hat gezeigt, wie stark das Netzwerk ist, wenn alle Marktbeteiligten gemeinsam anpacken. Unser Ziel bleibt klar: den Marktanteil runderneuerter Reifen in Deutschland deutlich zu erhöhen“.
In seinem Grußwort betonte Gero Schulze Isfort, VDA-Vorstandsmitglied, dass Fortschritt in der Branche ohne ein großes und belastbares Netzwerk nicht möglich sei. Dass die ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Runderneuerung auch im Betriebs-Alltag in Deutschland funktionieren kann, zeigten auf dem Gipfeltreffen zwei Praxisbeispiele. Über 80 Prozent der rund 1.800 Fahrzeuge der Berliner Stadtreinigung (BSR) sind mit runderneuerten Reifen sicher, günstig und klimafreundlich unterwegs – für eine saubere und lebenswerte Hauptstadt. Auch die Spedition Winner setzt seit Jahren auf das Konzept der Runderneuerung. Vier von fünf Fahrzeugen des Fuhrparks sind mit runderneuerten Reifen ausgestattet, wobei Leistung und Qualität die Erwartungen übertroffen haben.
Höhepunkt des Runderneuerungsgipfels war eine exklusive Werksbesichtigung, die spannende Einblicke hinter die Kulissen eines der größten Trailer-Herstellers Europas vermittelte, der auf eigene runderneuerte Markenreifen für seine Fahrzeuge setzt. In Gruppen wurden die Teilnehmenden durch das KRONE-Montagewerk sowie das Farbgebungs- und Oberflächenzentrum geführt. Dabei wurden einzigartige Einblicke in Produktionsprozesse und innovative Technologien vermittelt, die Nachhaltigkeit und Effizienz bei KRONE sichtbar machten.
Positive Resonanz rief der Vortrag von Christoph Priewasser (KRAIBURG Austria) zur EU-Taxonomie hervor, die „nicht nur eine regulatorische Pflicht, sondern eine strategische Chance“ ist. Die EU-Kommission hat bestätigt, dass runderneuerte Reifen taxonomiekonform sind – ihr Einsatz bleibt für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zulässig.
Neben Vorträgen, Praxisvorführungen, Diskussionsforen und der Werksführung stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt der Veranstaltung. In zahlreichen Gesprächen konnten neue Kontakte geknüpft, Kooperationsideen entwickelt und Projekte angestoßen werden. „Dieser persönliche Dialog ist durch nichts zu ersetzen – er schafft Vertrauen und bringt die Branche gemeinsam nach vorn“, betonte Guth.
Alles in allem hat der zweite AZuR-Runderneuerungsgipfel bestätigt, dass Runderneuerung sowohl ökologisch als auch ökonomisch eine zukunftsfähige Lösung ist. Mit vereinten Kräften aus Industrie, Speditionen und Wissenschaft soll der Marktanteil runderneuerter Reifen in Deutschland deutlich gesteigert werden.